Vereinsheim 2013

Wassergewinnungsanlage Hohe Struth

Vereinsheim 2013

Nachfolgende Erläuterungen und Fotos wurden freundlicherweise vom Wasserverband Siegen Wittgenstein zur Verfügung gestellt und durch den Heimatverein ergänzt.
Die Brunnen und Schächte sind derzeit NICHT begehbar!
Weitere Informationen auf Wunsch!

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Wassraufbereitungsanlage
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WVS-Erläuterungen zur Wassergewinnungsanlage „Hohe Struth“

Den WVS freut es, dass sich mit dem Heimatverein Zeppenfeld e.V. engagierte Personen gefunden haben, die sich für die historische Wassergewinnungsanlage im ortsnahen Umfeld aus dem frühen 20. Jahrhundert interessieren und die Kultur der Nachwelt erhalten. Denn, wer kann sich heute noch vorstellen, was Trockenjahre in den 50er und 60er Jahren bedeuteten? Weitere 50 Jahre später, mittlerweile im 21. Jahrhundert, steht uns das kostbare Trinkwasser qualitativ und quantitativ bedenkenlos und ausgiebig zur Verfügung.
Früher, zumindest um das Jahr 1903, war die Bevölkerung sicherlich froh, fließend Wasser in den Haushalt zu bekommen, um auf die Hauswasserbrunnen verzichten zu können, wenigstens für die Trinkwassernutzung.
Diese Trinkwassergewinnungsanlage steht für zahlreiche Anlagen im hiesigen Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein und zeigt die Entwicklungshistorie in unseren Breitengraden rund um das lebenswichtigste Gut auf. Vereinzelt entstanden im Kreisgebiet auch schon dezentrale Wasserversorgungsanlagen Ende des 19. Jahrhunderts. So kam es, dass die Ortsgemeinden eigenverantwortlich ihre Anlagen errichteten, auch Zeppenfeld.

Die Herstellung der neuen unterirdischen Infrastruktur erfolgte ab 1903 mit reiner Muskelkraft – an maschinelle Bearbeitung war noch nicht zu denken. Die Rohrdimensionierungen wurden größtenteils mit DN 50/60/70 oder 80 gewählt. Das Rohrmaterial bestand aus Grauguss und im Bereich von Sickergräben aus gelochten Tonrohren. Der Wasserbedarf lag für die Ortsgemeinde Zeppenfeld bei ca. 100 m³ pro Tag. Für ca. 4 bis 5 Jahrzehnte war die Trinkwassergewinnungsanlage samt Rohrleitungen für die Ortschaft Zeppenfeld ausreichend dimensioniert, doch Mitte der 1950er Jahre merkte man, dass die Trinkwasserversorgung ohne bauliche Erweiterungen / Erneuerungen nicht mehr lange gesichert war.

1956 entstanden Planungen zur Erweiterung der Anlage durch das zuständige Kreiskulturbauamt. Deren Planungsvorlagen wurden noch im gleichen Jahr landesordnungspolizeilich genehmigt, heute heißt es: Erlaubnis oder Baugenehmigung! Gleichzeitig erhielt die Gemeinde Zeppenfeld eine nicht rückzahlbare Staatsbeihilfe von 125.000 DM. Begründet wurde der Ausbau-Antrag durch eine fortschreitende Ortsvergrößerung und einer damit verbundenen notwendigen Erhöhung des Wasserdargebotes. So konnte die Gemeinde Zeppenfeld im Jahre 1957 verschiedene Baufirmen beauftragen, die die Erweiterung- und Erneuerungsarbeiten an der Gewinnungsanlage durchführten. Die technischen Bauwerke wurden auf den damaligen „Stand der Technik“ ausgebaut. Die meisten Grauguss-Rohrleitungen wurden durch Asbestzementrohre der Nennweite 100 ausgewechselt. Insgesamt wurden die heute noch existierenden Sammelbrunnen, Rohrbrunnen und Wasserstollen samt Zugänge erneuert/saniert. Gleichfalls wurde der um 1903 errichtete Hochbehälter (Nutzinhalt 130 m³) am Daaderweg technisch ertüchtigt und mit einer geschlossenen Aufbereitungsanlage ausgestattet. Um den gestiegenen Wasserbedarf und die Trinkwasserabgabe an die Haushalte zu kompensieren, entstand zusätzlich ein neuer Hochbehälter (Nutzinhalt 100 m³) im Bereich Mühlenberg. Die Fertigstellung der Um- und Erneuerungsbaumaßnahmen wurde 1959 durch die Bezirksregierung Arnsberg und 1960 vom Wasserwirtschaftsamt Hagen abgenommen.

Grundsätzlich ist man bei dieser Art von Trinkwassergewinnungsanlage stark vom Niederschlag abhängig. So kam es immer wieder vor, dass bei längeren Trockenphasen die Wasserversorgung fürZeppenfeld über diese Anlage nicht ausreichte. Die „Schüttung“/Ergiebigkeit der Gewinnungsanlage reduzierte sich bis auf 40 m³ pro Tag. Um nicht auf dem „Trockenen“ zu sitzen, baute die Gemeinde eine Ortsnetz-Verbindung an das Neunkirchener Versorgungssystem und glich die Mindermenge durch Wasserbezug aus der Grube „Knappschaftsglück“ aus.

In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte sich der Wasserbedarf für die Gemeinde Zeppenfeld bereits auf ca. 200 m³ pro Tag verdoppelt. Wiederum sah sich die Gemeinde veranlasst, für die Wasserversorgung tätig zu werden. So entstanden ab 1965 zusätzlich 2 Horizontalbohrungen im Bruchwald und eine Gewinnungsanlage im Bahlenbachtal (Gemarkung Wiederstein). Der steigende Wasserbedarf sowie die Trockenjahre 1957 und 1959 machten deutlich, dass eine sichere Trinkwasserversorgung nur großräumig möglich ist.

1961 traten die Städte Siegen, Weidenau und die Gemeinde Eiserfeld dem Wasserverband Siegerland bei. Damit war die wirtschaftliche Grundlage für Planung und Bau der Obernautalsperre gegeben, die in der Zeit von 1967 bis 1971 realisiert worden ist. Bis zum Anfang der 70er-Jahre wurden auch die übrigen Kommunen des damaligen Kreises Siegen, darunter auch Neunkirchen, Verbandsmitglieder.Mit dem Bau und der Inbetriebnahme der Obernautalsperre und der Herstellung eines zentralen Wasserversorgungssystems übernahm der Wasserverband Siegerland (heute: Wasserverband Siegen-Wittgenstein) die Wasserversorgung.

So kam es schließlich, dass die Gewinnungsanlage „Hohe Struth“ im Jahre 1977 völlig aufgegeben wurde und seitdem für die Wasserversorgung keine Rolle mehr spielt. Wie in vielen vergleichbaren Fällen ist der WVS jedoch noch Eigentümer der technischen Einrichtungen und somit auch verkehrssicherungspflichtig. Seit einigen Jahren werden diese „Altanlagen“ seitens des WVS zurückgebaut, so dass potentielle Gefahrenquellen reduziert werden. Bei der hier betrachteten ehemaligen Trinkwassergewinnungsanlage sind die Eigentumsverhältnisse zum 01.01.2015 an die Gemeinde Neunkirchen zurück übertragen worden und der Heimatverein Zeppenfeld setzt sich für die Anlagenbetreuung und -Pflege ein.

Die bauliche Besonderheit bei der hier ehemals betriebenen Trinkwassergewinnungsanlage ist die vielfältige Kombination von technischen Möglichkeiten, oberflächennahes Grundwasser unter der Berücksichtigung topographischer und geologischer Zwänge und Randbedingungen zu nutzen. Es wurden kombiniert: Wasserstollen, Schacht mit Sickergraben, Schachtbrunnen mit Sickergräben, Sickerkessel, Ringschacht

Dipl.-Ing. Torsten Winchenbach (WVS)

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Sickerkessel Oberer Hochwald
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Schautafel

 

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Unsere Hausseite wurde zuletzt am 22. November aktualisiert.